Das ominöse zweite und dritte Jahr

Mein Projekt heißt ja bekanntlich 30 Jobs in einem Jahr – von der Arbeit freistellen lassen habe ich mich aber für drei Jahre. Was passiert also in Jahr zwei und drei?

Bezugnehmend auf den Kommentar von Lara hier nun ein paar Gedanken zum Drumherum.

Als ich bei meinem Arbeitgeber den Antrag auf Freistellung eingereicht habe, war ich noch der Überzeugung ich würde studieren gehen. Ein zweijähriges Master-Studium wollte ich in Kopenhagen absolvieren, ein bisschen Zeit für meine Familie vor dem Studienbeginn haben und gegebenenfalls ein Auslandssemester zwischendurch oder eine Reise im Anschluss machen. 3 Jahre, perfekt!

Dann entwickelte sich die Idee zu 30 Jobs in einem Jahr und ich lehnte den Studienplatz ab. Meine Ersparnisse für mein Studium fließen nun also in die Traumjob-Suche. 12 Monate sollte ich überbrücken können, wenn ich sparsam lebe. Was auch immer in Jahr 2 und 3 folgt, ab August 2015 muss ich mich spätestens um meinen Kontostand kümmern. Im besten Fall habe ich natürlich meinen Traumjob bis dahin gefunden. Und dazu bin ich guter Dinge.

Der Idealfall wäre also in meinem Traumjob direkt Fuß zu fassen. Falls es für diesen Job keine spezielle Aus- oder Weiterbildung erfordert. Falls doch werde ich erst einmal jobben, um die Weiterbildung finanzieren zu können. Eine Bekannte arbeitete auf der AIDA, das wäre vielleicht etwas.

Was ist, wenn ich herausfinde, dass mein letzter Job doch gar nicht so verkehrt war? – Dann hätte ich noch zwei Jahre um mir den ein oder anderen Traum zu erfüllen. Eine Europa-Reise fände ich toll. Mit meinem neuen Fahrrad vielleicht. Oder ich steige einfach in den nächsten Zug und steige aus, wo es mir gefällt.

Oft werde ich gefragt, ob mein Traumjob schon unter den ersten vier war und ob ich das Projekt abbrechen würde, wenn ich meinen Traumjob gefunden hätte.

Nein, unter den ersten vier Jobs war meine Berufung noch nicht. Aber das finde ich auch gut so. Irgendwie wäre es doch schade, wenn sich die Lösung gleich zu Anfang präsentiert.

Wenn ich unterwegs bin, bin ich glücklich. Neues kennenzulernen, ob nun Job, Menschen oder Umgebung, das ist mein Ding. Die Jobsuche bereitet mir richtig viel Freude und selbst wenn ich meinen Traumjob beispielsweise an 15. Stelle finde, würde ich die 30 Jobs bis zu Ende testen. Manchmal denke ich, dass Jobs testen und darüber berichten, mein Traumjob sein könnte. Aber ewig so weiter geht das ja leider nicht.

Was ist, wenn ich meinen Traumjob nicht finde? Heute glaube ich noch daran, dass ich ihn finden werde. Falls nicht, muss ich mir noch einmal Gedanken machen. Vielleicht habe ich dann aber andere Erkenntnisse gewonnen. Vielleicht habe ich auf andere Art zu mir selbst gefunden. Oder ich habe ein ausfüllendes Hobby gefunden, das den nötigen Ausgleich zur Arbeit verschafft. Vielleicht habe ich gelernt, dass Zeit für die Familie und Freunde das wichtigste ist. Ich weiß es nicht.

Was ich heute für mich schon sagen kann, ist, dass ich bis dahin viele neue Freunde gefunden, viele wunderbare Erfahrungen gemacht haben werde und gelernt habe, dass bewusst leben manchmal schon ausreicht, um zufrieden zu sein. Und allein dafür hat es sich bereits nach vier Jobs für mich gelohnt.

 

 

 

 

 

6 Gedanken zu “Das ominöse zweite und dritte Jahr

  1. Liebe Jannike,
    vielleicht ist es nicht der Traumberuf, sondern die Freiheit und das bewusste Leben, was glücklich macht. Reisen und Arbeiten könnte dir auch gefallen. In fremden Ländern durchschlagen und viele wunderbare Erfahrungen machen … Viel Spaß weiterhin. Go for it!

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