Alles hat seine Zeit

Dreihunderteinundzwanzig Tage sind seit der Geburt des kleinen Mattis an meinem letzten Tag in meinem dreißigsten Job als Hebamme vergangen. Seitdem habe ich Elton John live in Leipzig gesehen, habe mein Buch geschrieben, einen TEDx-Talk gehalten, habe die erste meiner Freundinnen unter südafrikanischer Sonne heiraten sehen, habe an vier Orten gewohnt und jetzt einen neuen Lebensmittelpunkt in Brüssel gefunden. Ich habe fünf Monate im Europäischen Parlament gearbeitet,  habe die Attentate aus fünfhundert Metern Entfernung miterlebt, während mein Buch veröffentlicht wurde und im April auf Platz 35 der Wirtschaftsbestseller im Manager Magazin landete. Die Zeit vergeht.

Während meiner Reise erzählte mir jemand einmal die Geschichte von Kronos und Kairos, beides Götter der Zeit in der griechischen Mythologie. Der grausame Gott Kronos steht für das ewige Verstreichen der (Lebens-)Zeit, für das unaufhörliche Tick Tack. Um die alleinige Macht zu erhalten, entthront und entmannt Kronos seinen Vater und verschlingt alle seine Kinder, um dem gleichen Schicksal zu entgehen. Bis auf eines: Zeus, der mächtigste aller Götter.

Zeus jüngster Sohn, Kairos, ist der zweite Gott der Zeit und steht für den rechten Moment. Die Redewendung „die Gelegenheit beim Schopf packen“ geht auf ihn zurück, denn er hatte lediglich ein paar Haare an der Stirn, die man ergreifen musste, wenn Kairos sich zeigte. Sonst sah man nur noch seine Glatze, bevor er ganz verschwand.

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Die Welt erwartet Entscheidungen von uns, denn die Zeit verrinnt unaufhaltsam. Die letzten Monate habe ich also auf Kairos gewartet, während die Uhr im Hintergrund lief. Vor Kurzem war Kairos endlich da – alle Teile fügten sich auf einmal zu einem großen Ganzen, zu einem „Das ist es!“.

Jetzt habe ich den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt und die Beratung talk-to-me.online gegründet. Immer wieder werde ich von Menschen kontaktiert, die auf der Suche nach dem „Fehlenden Etwas“ sind, das auch mich bis zu Beginn meines Projektes begleitet hat. Die auf der Suche nach Orientierung sind und nicht wissen, wie sie die ersten Schritte setzen sollen. Dieses Thema wird der Kern meiner Beratung sein und wird ergänzt durch Bewerbungshilfe und -training, was sich aus meiner mehrjährigen Tätigkeit als Personalerin anbietet und hilft, am Ende auch erfolgreich zu sein bei der (Um-) Orientierung.

Ich habe während meines Projektes gelernt, dass es unheimlich viele hilfsbereite, offene und tolle Menschen gibt. Und, dass man um Hilfe zu bekommen, fragen muss. Deswegen bitte ich euch jetzt, mir bei dem Gelingen meiner Selbstständigkeit zu helfen. Das kann Hilfe in jeglicher Form sein: Ihr könntet den Link zu meiner neuen Seite teilen, die Beratung Freunden empfehlen (vielleicht kennt ihr ja sogar jemanden, der Bedarf hat), für mein Buch eine Bewertung auf Amazon schreiben. Vielleicht habt ihr auch einen Kontakt zu einer Uni, einem Berufsberatungszentrum oder einem tollen Berufsberater, die sich Partnerschaften vorstellen könnten. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, ich freue mich über jede Idee.

Im Gegenzug biete ich euch an, persönliche Fragen zu beantworten, euch auf einen Kaffee einzuladen, solltet ihr oder ich in eurer Gegend sein,eine Stadtführung durch Brüssel, ein Skype-Gespräch, E-Mail-Austausch, eine Signatur im Buch, in Brüssel, Hamburg oder Emden eine Erledigung für euch zu übernehmen…

Was auch immer es ist, ich bedanke mich jetzt schon bei euch!

Jannike,

die zum Beispiel per E-Mail für Ideen zu haben ist: Jannikestoehr@yahoo.de

8 Gedanken zu “Alles hat seine Zeit

  1. Hallo,
    ich würde auch gerne Praktika machen. Ich habe nur keine Ahnung, wie ich den ersten Schritt machen soll. Ich habe ja keine Erfahrung, hast du einfach bei den Betrieben angerufen? Oder per Email kontaktiert?
    LG

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    • Hallo Mimi,
      ich habe meine Praktika gerade in der ersten Zeit hauptsächlich über persönliche Kontakte bekommen. Vorher habe ich mir überlegt, was ich gern machen würde und habe mich dann in meinem Bekanntenkreis umgehört, ob jemand jemanden kannte, der das leidenschaftlich beruflich macht. Ganz wichtig dabei, immer den Hintergrund erklären: Also warum willst du die Praktika machen und warum genau in diesem Beruf. Wenn die Leute deine Motivation kennen, helfen sie eher, habe ich die Erfahrung gemacht.
      Liebe Grüße
      Jannike

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  2. Hallo Jannike, ich habe mir die Freiheit genommen dein Experiment auf meinem Blog zu beschreiben, hier findet sich der Beitrag: https://geistesfindung.wordpress.com/2016/10/09/30-jobs-in-einem-jahr/ Vielleicht findet sich jemand, der gerne deine Dienste in Anspruch nehmen will. Und wenn auch sehr verspätet: Hut ab, dass du das durchgezogen hast! Spannend und auch mit einem überraschenden Ende. Herzliche Grüße aus Hamburg, Jenny

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  3. Liebe Jannike,

    ich freue mich sehr für dich. Neue Entscheidungen, neue Wege. Mir fällt da jetzt eigentlich nur spontan Bettina von Respekt Herr Specht, http://respektherrspecht.de/ ein, sie beratet Starups bzw Gastronomie-Betriebe. Allerdings hat sie ein umfassendes Know-How was eben so Visions-Beratung betrifft, dass war nämlich ihr „vorher“ Beruf und da war sie sehr erfolgreich. Vielleicht ist sie ein Kontakt für dich. Sonst noch http://www.karriere.at – das ist das größte Internet-/Karriereportal, die sind eigentlich auch relativ offen denk ich was Kooperationen anbelangt – tja und whatchado – kennst du ja.
    Ich drücke dir ganz die fest die Daumen.

    LG Doris

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