Das Projekt

Ich bin auf der Suche nach meinem Traumjob!

Bislang habe ich in einem großen Industrieunternehmen als Personalerin gearbeitet. Das war ein guter Job mit guter Bezahlung und guten Perspektiven – aber glücklich gemacht hat er mich nicht.

Einen langen Denkprozess, viel Recherche und Überwindung hat es bis an diesen Punkt benötigt. Letztendlich bin ich zu dem Schluss gekommen, dass ich meinen Traumjob nur durch tatsächliches Ausprobieren finden kann. Und dass ich aus meinem gewohnten Umfeld heraus muss, um in meinen Gedanken freier zu werden.

Aber wie soll das funktionieren? Stellt mich überhaupt jemand für eine kurze Zeit ein und das noch ohne Ausbildung? Wo soll ich wohnen und wovon soll ich leben? Wie bin ich versichert? Welcher Zeitraum ist für einen Job angemessen?

Die konkrete Idee für 30 Jobs in einem Jahr stammt aus dem Buch „Wie man die richtige Arbeit für sich findet: Kleine Philosophie der Lebenskunst“ von Roman Krznaric. Die dazugehörige Buchreihe School of Life von Herausgeber Alain de Botton kann ich übrigens nur empfehlen, wenn ich auch nicht alle Bücher gelesen habe.

Mein konkreter Plan sieht wie folgt aus:
Ich werde 30 Jobs in einem Jahr in Form von Mini-Praktika (1 Woche) ausprobieren. Wichtig dabei ist mir, dass die Person, bei der ich das Praktikum absolviere, ihren Job von ganzem Herzen macht. Drei Richtungen kommen bei den auszuprobierenden Jobs für mich vorrangig in Frage. Zum einen kreative Berufe, soziale Berufe oder ganz allgemein Jobs, bei denen der Kontakt mit Menschen oder der Natur im Mittelpunkt steht.

Falls ihr euch fragt, wo ich wohnen werde: Couchsurfing!

Am Ende des Jahres werde ich ein Fazit ziehen und hoffentlich meinen Traumjob gefunden haben. Über den Weg dahin halte ich euch auf dem Laufenden und freue mich über Ideen, Kontakte und natürlich viele Klicks auf meiner Seite.

Und so stehe ich nun hier.

Ohne: Job, Wohnung, Einkommen | das Gefühl, dass mein Leben an mir vorbeizieht

Mit: ein paar Ersparnissen, auf ein Mindestmaß reduzierten Besitz | Freiheit

 

28 Gedanken zu “Das Projekt

  1. Hallo Jannike,

    mit großem Interesse habe ich von Deinem „Projekt“ gelesen und bewundere Deinen Mut und Flexibilität, das auch wirklich in die Tat umzusetzen. Wenn das eigene Leben zunehmend von (vermeintlich) äußeren Faktoren bestimmt wird, macht man sich Gedanken darüber: „Ist man auf dem richtigen Weg? Wie könnte das Leben alternativ aussehen? Wäre ich dann glücklicher?“. Häufig bleibt es nur bei Ideen…

    Ich bin jedoch überzeugt, dass Du den perfekten Job „nur“ mit der Aktion nicht finden wirst, um glücklicher zu werden. Mein persönlicher Gedanke dabei: Eine Form der Zufriedenheit im Job entwickelt sich, wenn man etwas mit Mehrwert tut und dabei im Laufe der Zeit auch gut und erfolgreich ist. Natürlich gibt es bestimmte Rahmenbedingungen, die stimmen müssen (z.B. körperliche Anforderungen). Grundsätzlich spielt es jedoch aus meiner Sicht nicht primär eine Rolle was man tut, sondern mehr wie man es tut und ob man selber das Gefühl hat, wertvoll zu sein und gebraucht zu werden. Und gerade dieses Gefühl wird sich nicht nach einer Woche einstellen, das ist mehr ein Entwicklungsprozess.

    Dennoch: durch die kurzen Praktikas werden Dir sicherlich viele interessante und wundervolle Menschen begegnen. Und wer weiß…daraus kann durchaus eine ganz spannende Perspektive entstehen.

    Ich werde weiterhin Deinen Blog mit Interesse lesen, da ich selber vor 10 Jahren Volkswagen und Wolfsburg für eine attraktivere Idee verlassen habe.

    Viel Erfolg weiterhin auf Deinem Weg und viele Grüße aus Lübeck
    Marc Wagner

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    • Hallo Marc,

      vielen Dank für deinen Kommentar! Ich hoffe ja immer noch, dass ich den Traumjob doch über das Ausprobieren finde – wobei ich mittlerweile feststelle, dass es nicht nur das Ausprobieren alleine ist, was mich immer weiter in Richtung erfüllenden Job bringt, sondern auch das Drumherum und vor allem die Gespräche mit den verschiedensten Menschen. Ich bin bereits vielen begegnet, die sich auch beruflich mit dem Thema erfüllende Arbeit beschäftigen. Das ist immer wieder sehr spannend.

      Viele Grüße
      Jannike

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  2. Pingback: “30 Jobs in einem Jahr” – eine Kritikerrevue | von der Arbeit

  3. Hallo Jannike,

    ich finde es auch sehr mutig von dir, alle Sicherheit aufzugeben und einfach auszuprobieren was
    erfüllt mich mit Zufriedenheit und die Gedanken bzw. Anregungen von Marc Wagner tragen meiner
    Meinung nach sehr viel dazu bei „wie erfüllend ein Job ist“!
    Ich habe nur noch ein paar Jahre, dann gehe ich in Rente und was ich dir mitgeben möchte ist >habe immer den Mut Neues anzupacken, wenn dich das Alte langweilt, habe immer den Mut eine Türe hinter dir zuzumachen und wenn sie noch soviel „vermeindliche“ Sicherheit verspricht, und eine neue Tür zu öffnen. Jeder Mensch trägt ein unglaubliches Potenzial in sich, ich wünsche dir den Mut dieses Potenzial zu leben!

    mit den besten Wünschen
    Brigitte – Heilpraktikerin

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  4. Hallo Jannike,
    ich glaube langsam nicht mehr an Zufälle… Ich lese gerade das Buch, das dich zu diesem Experiment inspiriert hat und bin genau an dem Punkt, an dem es ans Ausprobieren geht!
    Wie mutig von dir und sehr spannend. Ich werde deinen Weg weiter verfolgen.
    LG Claudia

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  5. Hallo Jannike,

    ein Link auf Xing brachte mich auf deinen Blog und musste anfangs schmunzeln…
    Du steckst mit deinen 28 Jahren genau in der Generation, wo die Sinnerfüllung über Arbeit und Privat gleichermaßen gesucht wird – alle Türen sind offen, alles ist möglich – nur die Richtung fehlt. Das Überangebot an Möglichkeiten lässt womöglich eine konkrete Entscheidung nicht zu.

    Ich steckte vor einem guten Jahr in fast gleicher Situation…. Nein, was schreibe ich: eigentlich seit Ende meines Abis 1997. Irgendwas handwerkliches (Restauratorin), biologisches (Laborantin) oder kreatives (Medien & Co) sollte es sein und fand in meinen Eltern wunderbare Menschen, die mich einfach machen ließen: 1 Jahr Praktika bei verschiedenen Firmen und Aufgabengebieten. Nach meiner Entscheidung für die Medienbranche steckte ich meine Nase immer tiefer in die verschiedensten Aufgabengebiete. Merkte aber, dass Ideen, Flexibilität und Power letztendlich nicht alles sind, was mich zufrieden machte. Das drumherum sollte auch passen. So zog ich etliche Male in Deutschland um – immer auf der Suche nach einem passenden Ort und Mentalität, der mich für ein Bleiben genügend reizt. Die kompletten Sachen passten in meinen Opel Corsa und wohnte in Pensionen, klitzekleinen Wohnungen oder auch Bauwagen. Kein Ort und kein Job hielt mich länger als 3 Jahre… Das war nicht schlimm. Ich lernte enorm viel über Deutschlands Gegenden, dessen Einwohner und natürlich das breite Spektrum meiner Wahlbranche. Seit 8 Jahren bin ich in München und hier sehr glücklich.

    Was dazwischen geschah? Ich las viel über Werteeinstellungen, neue Jobrichtungen, besuchte Seminare a la Karriereplanung & Co, lies mir bohrende Fragen von einem Coach gefallen und stellte mir immer die Fragen: was macht mich glücklich? Was ist es, was ich brauche, um jeden Morgen mit einem guten Gefühl und Lust aufzustehen? Ich stellte für mich fest, dass es das ist, was letztendlich zählt. Die Fragen möchte ich auch dir stellen. Was ist DIR wichtig? Was für Werte hast DU und muss das auch deine neue Gegend erfüllen? Bist du dir im Klaren darüber, was dir gut tut, fällt dir evtl. die Wahl auch leichter. Überhaupt: deine Wahl muss nicht von Dauer sein. Es verlangt heute auch keiner von dir, dass du dich 20 Jahre einer Aufgabe hingibst. „Meine“ Generation schaut bei meinem Lebenslauf schon komisch und fragt nach den Hintergründen der stetigen Wechsel. Ich konnte es immer begründen, denn ich hatte einen „roten“ Faden drin. Diese Skepsis – die wird bei dir nicht mehr so sein (hoffe ich jedenfalls). Du hast genügend Zeit, einiges auszuprobieren – nur Tiefe (also echtes Fachwissen – in Deutschland auch gerne inkl. Abschlüsse oder Zertifikate) ist wichtig! Da schließe ich mich einem Vorredner an, dass es innerhalb einer Woche kaum zu schaffen ist, einem anfänglichen Enthusiasmus mit Objektivität zu begegnen, um daraus ein „echtes“ Fazit zu ziehen.

    Letztes Jahr und nun mit Ende 30 stand ich wieder vor der Frage: wars das jetzt schon? Ein kompletter Wechsel sollte her. Ich stellte alles auf den Kopf, hinterfragte mich, baute ein Netzwerk zu anderen Branchen und Leuten auf und nach zig Interviews und EINEM Jahr (mit etlichen Sinnkrisen) später hab ichs jetzt: eine völlig neue Branche, mit völlig anderer Firmenstruktur und einem Aufgabengebiet, wo mein Fachwissen bestens gebraucht wird aber ich genügend Perspektiven habe, mich innerhalb der vielen Abteilungen weiter zu entwickeln. Und das beste dabei: ein Chef, der Talente in mir entdeckte, auf die ich selbst nie gekommen wäre und mich nun mit ungewöhnlichen Aufgaben allein wurschteln lässt. Aha – ich staune! Da geht also noch mehr…

    Das lässt folgenden Schluss zu: mach dich frei von der Formulierung Traumjob, denn den gibt es nicht für ein Leben lang. Genauso wenig, wie der Traumurlaub oder der Traumpartner. Alles unterliegt einen ständigen Wechsel. Denn nicht nur du veränderst dich, hast neue Bedürfnisse/Wünsche (hoffe ich doch stark), sondern auch dein Umfeld. Daher bleibe flexibel und offen für neue Richtungen und hab ein waches Auge auf Entwicklungen innerhalb deines privaten und beruflichen Umfeldes. Mit deiner Kreativität entwickelst du damit deine persönlichen Chancen! Stell dich unangenehmen Personen oder Fragen: das übt und macht dich sicherer. Wenn du merkst, du kommst an einem Punkt nicht weiter, ist es nicht der richtige Weg – schau dann nach links oder rechts – meist findet sich der passende Wegweiser in Form eines Hinweises oder einer Person. Und zu Guter letzt: Glück! Das wünsche ich dir!

    Liebe Grüße
    Judith

    Gefällt 2 Personen

    • schöne worte. ich befinde mich momentan in einer ähnlichen situation wie jannike. orientierung, sinnsuche, viele möglichkeiten, viele entscheidungen, branchenwechsel etc. alles super spannend, aber zeitweise auch anstrengend. da tun deine worte gerade unheimlich gut. lieben dank.

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    • Hallo Judith, danke für deinen Beitrag. Darf ich dich zu deinem Zitat etwas fragen? -> “ später hab ichs jetzt: eine völlig neue Branche, mit völlig anderer Firmenstruktur und einem Aufgabengebiet, wo mein Fachwissen bestens gebraucht wird aber ich genügend Perspektiven habe, mich innerhalb der vielen Abteilungen weiter zu entwickeln.“
      Wie bist du nach deiner Sinnkrise erst einmal auf die neue Branche gestoßen? Mit einer Ausbildung ist man ja meist schon auf eine Branche festgelegt. Denn das ist ein Problem, das ich derzeit habe.

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  6. Hallo,
    Ich finde deine Idee wirklich interessant. Die Frage „was will ich eigentlich machen?“ stelle ich mir auch schon länger. Im Moment studiere ich erst einmal Pharmazie, aber mal sehen wie lange noch und ob ich nicht am Ende ganz was anderes mache.

    Viele Grüße,
    Lena

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  7. Was für ein unglaubliches Projekt! Ich finde das super. Meine Schwester ist so ganz anders als ich. Ich wusste immer was ich machen wollte und sie hatte wirklich Probleme etwas zu finden. Dazu kam das sie nichtd as Gefühl hatte in der Schule richtig Einblick zu bekommen. Also hat sie 3 Praktika nach der Schule gemacht und sich dann entscheiden.

    Daher kann ich deine Suche so nachvollziehen und bin gespannt, was am Ende dabei rauskommt. Viel Glück! Und manchmal ist ja die Reise das Ziel

    Gefällt 1 Person

  8. Sehr coole Idee 🙂 *Daumen hoch dafür*!! 🙂

    Was hast du denn vor, wenn du deinen Traumjob gefunden hast – willst du dem nachgehen? Weil häufig brauchen dieses ja eine langjährige Ausbildung und/ oder Studium?

    LG Svenja

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  9. Hallo Jannike,
    ich bin gerade durch einen Bekannten von dir (Rached – ich sollte ihn mit Namen nennen ;-)) auf deine Seite und dein Projekt aufmerksam geworden. Riesen Respekt, find ich super, dass du das so durchziehst!! Ich kann dein Gefühl so gut nachvollziehen, wie es ist, wenn man eigentlich alles hat (Job, Wohnung, etc.) und sich trotzdem jeden Tag aufs Neue fragt, warum man nicht glücklich ist… Ich habe nun auch nach 1 Jahr meinen Job in der Marketingagentur gekündigt, um mich ab Mitte des Jahres auf die Reise ins Glück zu begeben, ich möchte für mich und andere herausfinden, was die Erfüllung im Leben ist und was Menschen auf der ganzen Welt glücklich macht. Einfach zu mir kommen und schauen, was dann noch übrig bleibt und wer ich wirklich bin, wenn im Außen alles weg ist.
    Wie sind denn deine bisherigen Erkenntnisse? Ich bin total gespannt auf dein Fazit am Ende!! Wo wohnst du denn im Moment?
    Herzliche Grüße aus Hamburg, Kathrin

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  10. Wenn ich da mein Leben so resumiere, hatte ich auch schon einges über 30 Jobs in meinem Leben:
    Verwaltungsrat, Toilettenputzer, Behindertenfahrer, DJ, Controller, Buchhalter, kauf. Angestellter, Stahlbauer, Barman, Treausurer, Derivatespzialist, Parkplatzeinweiser, Getränkeauslieferer, Schriftsteller, Hilfskoch, Kulturmanager, Finanzverantwortlicher, Hilfsmechaniker, Schwimmbadbauer, prof. Glücksspieler, Tellerspühler, Wohungsvermittler, Zügelmann, Finanzanalyst, Türsteher, Diamantensortierer, Briefmarkenhändler, Schauspieler, Devisenabrechner, Bankangestellter, Staatsangestellter, Kulturverantwortlicher für internationale Kontakte, Kulturfernseh-Managingdirector, Hilfsanstreicher, Wahlkampfstratege, Geschäftsführer, Schwimmbadverkäufer, Zeitungsartikelschreiber, Personalverantwortlicher, Statistiker, Chauffeur, Hilfsgärtner, Assistent eines Dramatikers, IT Verantwortlicher, Zivilschutzbunkerverantwortlicher, Arbeitsloser…und noch ein paar mehr…
    .
    Aber dies im Laufe von über 30 Jahren — die Jobs von wenigen Tagen bis hin zu ein paar Jahren…
    .
    Es ist mir also auch nicht ganz langweilig geworden in meinem Berufsleben, aber irgendwann bin ich dann nach Südamerika ausgewandert und geniesse das einfache Leben und strebe weiterhin nach Erkenntnis und Erfahrungen aller Art.
    .
    Nur als digitaler Immigrant geb.1960 bin ich natürlich nciht auch noch auf die Idee gekommen, mein Lebenssammelsurium auch noch in den Social Medias auszuschlachten…

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  11. Hallo Jannike, mir viel heute dein Buch in die Hände und ich war begeistert wie viele Jobs du kennengelernt hast. Ich bewundere dich für deinen Mut und für deine Auszeit. Auch ich bin an die 30 angekommen und stehe vor der selben Frage in welche Richtung soll ich gehen. Ich habe auch schon einige Jobs ausprobiert aber nicht so viele wie du. Ich denke wir sind anspruchsvoll und sollten es auch bleiben und nicht irgendein Job machen nur weil er Geld bringt

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  12. Hallo!

    Finde die Idee in Bezug auf die anstehenden und massiven Veränderungen in der Arbeitswelt sehr spannend.

    Soll die Reise auch nach Österreich gehen?

    Wir haben eine Freiraum Initiative (Otelo – Offene Technologie Labors) gestartet, die sich auch mit solchen Fragen beschäftigt.

    Falls Österreich/Kärnten ein Thema ist, bitte einfach melden. Vielleicht fällt uns ja gemeinsam was für ein Praktikum ein.

    Liebe Grüße
    Martin

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